Steigende Stromkosten: Sparen mit Speicher

Plettenberg – Die immer weiter steigenden Energiepreise stellen nicht nur private Haushalte, sondern gerade auch energieintensive Unternehmen vor große Herausforderungen. Dort, wo der Verbrauch von Strom nicht weiter eingeschränkt werden kann, müssen Firmen andere Wege suchen, die Kosten für die Energieversorgung zu drücken. Die Plettenberger Firma Alte geht dabei einen besonderen Weg: Sie will unter anderem mittels Batteriespeicher bis zu 90 Prozent der Netznutzungsentgelte einsparen.

Denn diese Entgelte sind Teil des im Unternehmen verbrauchten Stroms. Das Netznutzungsentgelt erhebt jeder Netzbetreiber für den Aufbau und den Erhalt seiner Stromnetze in Abstimmung mit der Bundesnetzagentur. Die Höhe des Netzentgelts von Unternehmen hängt nicht nur von der Strommenge ab, sondern auch vom maximalen Leistungsbezug. Durch den Ausbau ihres Lastmanagements und der Investition in einen Batteriespeicher soll nun ein großer Teil der Netzentgelte bei der Firma Alte eingespart werden.

„Durch optimal ausgelegte Batteriespeichersysteme lassen sich die Kosten für die Netznutzungsentgelte häufig deutlich reduzieren“, erklärt Kay Oliver Hengst, IT-Spezialist für Datenverarbeitung und Systemsteuerung der Westenenergie Netzservice GmbH, die das Plettenberger Unternehmen wesentlich unterstützt habe.

Das Besondere: Ab einem Jahresverbrauch von 100 000 Kilowattstunden richtet sich das Netzentgelt insbesondere nach den Lastspitzen, also nach dem höchsten Leistungsbezug innerhalb des Abrechnungszeitraums. Reduziere man die Lastspitzen und „glätte“ man das Lastprofil, spare man dadurch Netzentgelte. Bei geringem Leistungsbezug lade der Speicher und entlade wieder, sobald der Leistungsbedarf hoch ist. Durch dieses zeitversetzte Beziehen und Abgeben der Leistung würde das Lastprofil deutlich flacher und die Netzlast nehme ab. Besonders stromintensive Betriebe mit einem Stromverbrauch über 10 Giga-Wattstunden im Jahr könnten auf diese Weise bis zu 90 Prozent der Netznutzungsentgelte einsparen.

Die Härterei Wilhelm Alte nutze nun durch den Ausbaus ihres Lastmanagementsystems und der Investition in einen Batteriespeicher diese Möglichkeit, Netznutzungsentgelte zu reduzieren.

„Bei stetig steigenden Energiekosten ist eine hundertprozentige Auslastung der Produktion und die Entlastung der Netzentgelte von höchster Priorität. Durch die Kombination unseres Lastmanagementsystems und dem gezielten Einsatz des Batteriespeichers sind wir in der Lage, Lastüberschreitungen zu kompensieren und somit Eingriffe in die Produktionsprozesse zu reduzieren. Zusätzlich erreichen wir bei voller Auslastung unsere Produktion und der Glättung unseres Lastprofils eine Einsparung der Netzentgelte“, erklärt Fabian Lüpke, Leiter Massenteilehärterei und Energiemanager bei der Firma Alte.

Durch den alleinigen Einsatz des Lastmanagementsystems der Dibalog, die auf Entwicklung, Herstellung und Vertrieb zur Energieoptimierung und Energiemanagement spezialisiert ist, sei es in der Vergangenheit zu größeren Eingriffen in die Produktionsprozesse gekommen, um die Lastspitzen auf dem geplanten Niveau zu halten. Durch die Kombination mit einem Batteriespeicher bestünde jetzt die Möglichkeit, die Speicherreserven gezielt einzusetzen und die Eingriffe in die Produktionsprozesse deutlich zu reduzieren und optimieren.

„Mit nahtloser Kopplung von Lastmanagementsystem und Batteriespeicher ist es möglich, die Lastspitze weiter zu senken, und so die Voraussetzung für individuelle Netzentgelte nach Paragraph 19 Sonderformen der Netznutzung der StromNEV zu erfüllen“, sagt Gunther Braus, Geschäftsführer der Dibalog GmbH.

Quellenangabe: Süderländer Tageblatt vom 10.05.2022, Seite 11

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